Die richtige Holzart für die Sauna ist hell, leicht und harzarm, leitet Wärme schlecht und verzieht sich bei Hitze kaum. Das trifft vor allem auf Espe, Erle, Abachi und Hemlock zu, mit Einschränkungen auch auf Nordische Fichte und Linde. Eiche und harzreiche Kiefer sind weniger geeignet. Thermische Behandlung verbessert einige Eigenschaften und schwächt andere.
Was muss Holz in der Sauna aushalten?
In einer finnischen Sauna herrschen 80 bis 100 °C bei 10 bis 20 Prozent relativer Luftfeuchte (Hussain und Cohen, 2018). Das Holz erlebt trockene Hitze und nach dem Aufguss wieder feuchtere Luft. Der Verband der Thermoholz-Hersteller spricht in seinem Handbuch von schnellen Zyklen aus Befeuchten und Austrocknen. Jedes Saunaholz muss das ohne Risse und Verzug überstehen.
Der Holzwissenschaftler Rupert Wimmer (Universität Göttingen) unterscheidet in einem Beitrag im Holzkurier von 2011 zwei Aufgaben. Wand und Decke müssen mit den wechselnden Temperaturen zurechtkommen, ohne zu reißen oder sich zu verformen. Bank und Rückenlehne berühren die Haut. Dort soll das Holz nicht zu heiß werden, wenig Harz enthalten und weder reißen noch splittern. Daraus ergeben sich die Kriterien, die dieser Ratgeber prüft: Wärmeleitung, Dichte und Formstabilität, Harz und Äste, Geruch und Farbe, Herkunft und Preis.
Warum ist die Wärmeleitung so wichtig?
Holz fühlt sich in der Sauna nur dann erträglich an, wenn es die Hitze langsam an die Haut abgibt. Das Forest Products Laboratory des US-Landwirtschaftsministeriums nennt für Holz eine Temperaturleitfähigkeit von rund 1,6 · 10⁻⁷ m²/s, für Stahl 1 · 10⁻⁵ m²/s. Stahl leitet Temperaturunterschiede damit mehr als 60-mal schneller (eigene Rechnung). Deshalb fühlt sich Holz nicht so heiß oder kalt an wie Metall.
Zwischen den Holzarten entscheidet vor allem die Dichte. Die Leitfähigkeit steigt mit Dichte, Holzfeuchte, Temperatur und Gehalt an Extraktstoffen (Forest Products Laboratory). Wimmer erklärt es anschaulich: Viele kleine Hohlräume machen das Holz leichter und isolieren besser. Er nennt für Abachi 0,092 und für Pappel 0,090 W/(m·K). Ähnlich niedrig seien Zirbe und Weymouthskiefer, alle anderen Hölzer hätten eine deutlich höhere Wärmeleitzahl. Auf einer Eichenbank, schreibt er, wäre es nicht auszuhalten.
Die Tabelle zeigt Werte des Forest Products Laboratory für Hölzer, die in der Sauna üblich sind oder ihnen nahestehen. Es sind nordamerikanische Arten bei 12 Prozent Holzfeuchte. Für Erle, Abachi und die europäische Waldkiefer enthält die Tabelle keine Werte. Die Behörde weist darauf hin, dass die tatsächliche Leitfähigkeit bis zu 20 Prozent abweichen kann.
| Holz (nordamerikanische Art) | Spezifisches Gewicht | Wärmeleitfähigkeit in W/(m·K) |
|---|---|---|
| Western Red Cedar | 0,33 | 0,10 |
| Linde (Basswood) | 0,38 | 0,11 |
| Weymouthskiefer (Eastern White Pine) | 0,37 | 0,11 |
| Espe (Quaking Aspen) | 0,40 | 0,12 |
| Fichte (Sitka) | 0,42 | 0,12 |
| Hemlock (Western Hemlock) | 0,48 | 0,14 |
| Eiche (White Oak) | 0,72 | 0,19 |
Quelle: Forest Products Laboratory, Wood Handbook Kapitel 4, Tabelle 4–7. Näherungswerte, die tatsächliche Leitfähigkeit kann bis zu 20 Prozent abweichen; das spezifische Gewicht ist laut Tabelle kein Artmittel.
Was sagen die Zahlen zur Wärmeleitung?
Die genannten Saunahölzer liegen zwischen 0,10 und 0,14 W/(m·K), die Eiche bei 0,19. Gegenüber der möglichen Abweichung von 20 Prozent sind die Abstände zwischen Western Red Cedar, Linde, Espe und Fichte klein. Wimmers Werte liegen niedriger als die der Tabelle; unter welchen Bedingungen er sie nennt, gibt der Beitrag nicht an. Beide Quellen stimmen im Grundsatz überein: Leichtes Holz leitet weniger Wärme als schweres.
Auch die Temperatur wirkt. Die Leitfähigkeit steigt laut Forest Products Laboratory um 2 bis 3 Prozent je 10 °C. Von 24 auf 90 °C ergibt das rechnerisch ein Plus von etwa 13 bis 20 Prozent (eigene Rechnung, linear gerechnet). Daran ändert die Holzwahl nichts, sie bestimmt aber den Ausgangswert.
Wie unterscheiden sich die Hölzer bei Dichte und Formstabilität?
Formstabil heißt: Das Holz quillt und schwindet bei Feuchtewechsel wenig und verzieht sich nicht. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) gibt dafür das differentielle Quellmaß an. Es nennt die Änderung der Abmessung quer zur Faser in Prozent je 1 Prozent Änderung der Holzfeuchte. Die Tabelle stellt die Werte heimischer Hölzer zusammen.
Erle, Espe und Linde quellen und schwinden demnach weniger als Fichte und Kiefer. Der Erle bescheinigt die LWF nach der Trocknung ein ausgezeichnetes Stehvermögen: Sie neige kaum zum „Arbeiten“ und reiße oder verwerfe sich beim Trocknen nicht. Bei der Fichte hält die LWF ein überwiegend gutes Stehvermögen fest. Nur bei ausgeprägtem Drehwuchs oder höheren Druckholzanteilen verformt sie sich stärker.
Zur Nordischen Fichte schreibt Wimmer: Sie sei dieselbe Art wie die heimische Fichte, wachse in Skandinavien aber besonders langsam und verdrehe sich dadurch auch bei Hitze kaum.
| Holz | Rohdichte in g/cm³ (Mittelwert) | Quellmaß tangential in % je 1 % Holzfeuchte | Härte quer nach Brinell in N/mm² |
|---|---|---|---|
| Espe (Zitterpappel) | 0,49 | 0,25 | 11 |
| Erle (Schwarzerle) | 0,55 | 0,24 bis 0,30 | 16 bis 17 |
| Linde | 0,53 | 0,24 bis 0,32 | 16 |
| Fichte | 0,47 | 0,39 | 12 |
| Kiefer | 0,52 | 0,36 | 19 |
| Eiche (Stieleiche) | 0,67 bis 0,69 | 0,36 | 41 |
Quelle: Großer, LWF Wissen 42, Tabellen 1 bis 3 (Werte nach DIN 68364 und DIN 68100, Rohdichte bei 12 bis 15 Prozent Holzfeuchte). Für die Fichte nennt Richter in LWF Wissen 80 einen Mittelwert von 0,46 g/cm³.
Wie wirken Harz, Äste und Splitter?
Harz ist vor allem bei Nadelholz ein Thema. Fichtenholz hat laut LWF Harzkanäle, die kleiner sind als bei Kiefern und spärlich auftreten, und kann Harzgallen enthalten. Frisches Fichtenholz riecht harzig. Wimmer schreibt, die Nordische Fichte habe Harz, deshalb könnten klebrige Stellen auftreten. Sie verbreite einen leichten Harzgeruch, den viele nicht als Nachteil empfänden.
Wie leicht Harz fließt, zeigt das Informationsblatt eines Beschichtungsherstellers. Danach verflüssigt sich Harz ab etwa 38 °C. Bei harzreichen Hölzern wie Kiefer und Lärche kann es an der Oberfläche austreten. Das Blatt sieht das Phänomen vor allem bei Nadelholz, nennt aber auch tropische Laubhölzer, die Harz enthalten können. Es behandelt Außenanstriche. Eine Saunakabine liegt mit 80 bis 100 °C weit über 38 °C. Dass harzreiche Hölzer dort Harz abgeben können, ist unsere Folgerung und keine Aussage des Blatts.
Als harzarme Alternative nennt Wimmer die Kanadische Hemlocktanne. Ihr Holz sei hell und bräunlich, habe einen sehr geringen Harzgehalt und rieche kaum. Abachi bezeichnet er als harzfrei und splitterfrei. Zum Splittern anderer Hölzer fanden wir keine belastbaren Messwerte. Achten Sie bei Bankbrettern auf gerundete Kanten und geschliffene Flächen.
Bei Ästen und Harzgallen kommt es auf die Sortierung an. Die LWF nennt bei der Fichte stärkere Astigkeit, Harzgallen, Drehwuchs und Druckholz als Nachteile für Verarbeitung und Verwendung. Bei thermisch behandeltem Holz sind große Äste laut Handbuch der Thermoholz-Hersteller ein Risikofaktor, weil das Harz fehlt, das Ast und umgebende Fasern sonst verbindet. Fragen Sie deshalb nach der Sortierung des Profilholzes.
Welche Hölzer eignen sich für Wand, Decke und Bank?
Wand und Decke bestehen meist aus Profilholz mit Nut und Feder, die Bank aus glatten Leisten oder Brettern. An Wand und Decke zählen vor allem Formstabilität und geringer Harzgehalt. Bei der Bank kommen Wärmeleitung und Splitterfreiheit hinzu. Die Tabelle ordnet die Hölzer ein. Die Eignung ist eine Einschätzung auf Grundlage der genannten Quellen, keine Norm.
| Holz | Wand und Decke | Bank | Begründung |
|---|---|---|---|
| Espe | gut geeignet | gut geeignet | Geringe Wärmeleitfähigkeit, gute Formbeständigkeit, hell, weich (Wimmer, LWF) |
| Erle | gut geeignet | gut geeignet | Ausgezeichnetes Stehvermögen, Laubholz mit mittlerer Dichte von 0,55 g/cm³ (LWF) |
| Abachi | gut geeignet | gut geeignet | Weich, hell, harzfrei, splitterfrei, geringe Wärmeleitfähigkeit; tropische Herkunft (Wimmer) |
| Hemlock | gut geeignet | gut geeignet | Sehr geringer Harzgehalt, kaum Geruch, höhere Kosten (Wimmer); mit 0,14 W/(m·K) am oberen Ende der Saunahölzer (Forest Products Laboratory) |
| Nordische Fichte | mit Einschränkung | mit Einschränkung | Verzieht sich kaum (Wimmer), aber Harz und mögliche Harzgallen (Wimmer, LWF) |
| Linde | mit Einschränkung | mit Einschränkung | Von Wimmer mit leichten Einschränkungen als gut verwendbar bezeichnet |
| Kiefer | mit Einschränkung | weniger geeignet | Harzreich (Beschichtungshersteller) |
| Western Red Cedar | siehe Lexikon | siehe Lexikon | Sehr leicht und mit 0,10 W/(m·K) der niedrigste Wert der Tabelle (Forest Products Laboratory) |
| Thermoholz, auch Thermo-Espe | gut geeignet | gut geeignet, Stirnseiten schützen | Geringere Wärmeleitung, Harz entzogen; Stirnseiten reißen leichter, geringere Festigkeit (Handbuch der Thermoholz-Hersteller) |
| Kelo | Sonderfall | Sonderfall | Knapper Rohstoff, keine unabhängigen Messwerte; siehe Lexikon |
| Eiche | weniger geeignet | nicht geeignet | Hohe Dichte und 0,19 W/(m·K) (Forest Products Laboratory); auf einer Eichenbank nicht auszuhalten (Wimmer) |
Quelle: Einschätzung auf Grundlage der unter „Quellen“ genannten Beiträge; Kelo und Western Red Cedar erklären die Lexikon-Einträge.
Was bringt Thermoholz in der Sauna, und welche Nachteile hat es?
Thermisch behandeltes Holz wird bei 180 bis 260 °C unter Dampf, Druck oder Öl erhitzt (BauNetz Wissen). Das Handbuch der Thermoholz-Hersteller beschreibt für das finnische Verfahren 185 bis 215 °C und nennt Wärme und Wasserdampf als einzige Mittel; Chemikalien kämen nicht zum Einsatz. Das Holz wird dunkler, quillt und schwindet weniger und nimmt im Gleichgewicht weniger Feuchte auf. Bei einer Behandlung mit 220 °C beträgt die Ausgleichsfeuchte von Fichte nur etwa die Hälfte des unbehandelten Werts.
Auch die Wärmeleitung sinkt. In den Versuchen des Handbuchs fiel sie bei Fichte von 0,110 auf 0,097 W/(m·K) nach drei und auf 0,082 W/(m·K) nach fünf Stunden bei 230 °C, bei Kiefer von 0,130 auf 0,107 und 0,101 W/(m·K). Das sind je nach Dauer rund 12 bis 25 Prozent (eigene Rechnung); das Handbuch selbst nennt 20 bis 25 Prozent. Dem Holz werden zudem Harze entzogen, das Ausharzen am Ast nimmt ab. Wegen Hygiene, Farbe und geringerer Wärmeleitfähigkeit hält das Handbuch Thermoholz für sehr gut geeignet für Saunen. Das Handbuch stammt vom Verband der Hersteller.
Die Nachteile nennt dasselbe Handbuch. Die schnellen Wechsel von Befeuchten und Austrocknen können in der Hitze die Stirnseiten von Bänken aufreißen. Empfohlen wird, die Stirnseiten mit Öl, Wachs oder Lack zu schützen. Die Festigkeit sinkt, besonders bei Biegung und Stoß. Thermoholz ist anfälliger für mechanische Beschädigungen und soll nicht in tragenden Konstruktionen sitzen. Auch BauNetz Wissen nennt es für tragende Bauteile wenig geeignet. Zu Beginn riecht es rauchig; der Geruch stammt vermutlich von Furfural und lässt ohne Beschichtung langsam nach.

Was sind Kelo und Western Red Cedar?
Kelo bezeichnet stehend abgestorbene Waldkiefern aus dem Norden Fennoskandiens, deren Holz hart wird und eine silbrige Oberfläche bekommt (Kuuluvainen und andere, 2017). In bewirtschafteten Wäldern gibt es sie praktisch nicht mehr. Was über Keloholz belegt ist und worauf Sie beim Kauf achten, erklärt der Lexikon-Eintrag.
Western Red Cedar ist nach der Tabelle des Forest Products Laboratory sehr leicht und leitet von den genannten Hölzern am wenigsten Wärme. Weitere Eigenschaften dieses Holzes erklärt der Lexikon-Eintrag zu Red Cedar.
Welche Rolle spielen Herkunft und Preis?
Fichte ist laut LWF mengenmäßig mit weitem Abstand das wichtigste Bau- und Konstruktionsholz Mitteleuropas. Die Nordische Fichte kommt als besonders langsam gewachsene Ware aus Skandinavien. Abachi stammt aus West- und Zentralafrika. Wimmer schreibt, man könne sich nicht immer sicher sein, ob es aus illegalem Einschlag oder aus nachhaltig bewirtschafteten Plantagen komme, und nennt den langen Transportweg als weiteren Punkt. Als heimische Alternative sieht er die Pappel, besonders die Espe. Der Beitrag stammt von 2011; fragen Sie Ihren Lieferanten nach Herkunftsnachweisen.
Preise vergleichen wir nicht. Wir fanden keine unabhängige Preisstatistik für Saunaprofile. Der Preis hängt von Holzart, Sortierung, Profil und Behandlung ab. Wimmer nennt Hemlock eine Alternative zur Nordischen Fichte zu höheren Kosten. Lassen Sie sich Angebote für dieselbe Holzart und dasselbe Profil geben.





