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Drei glatte Bankleisten aus sehr hellem, cremeweißem Erlenholz mit gerundeten Kanten für die Saunabank

Ratgeber · Sauna Welches Holz für die Saunabank? Espe, Erle, Abachi und Co.

Von Sebastian Koch, Geschäftsführer, Dipl.-Ing. Architektur

Das Holz einer Saunabank sollte leicht sein, wenig Wärme an die Haut abgeben und kein Harz verlieren. Abachi und Espe erfüllen das besonders gut, Erle ist leicht und formstabil, Hemlock die teurere Alternative. Nordische Fichte kann bei Hitze klebrige Stellen bilden, Eiche leitet zu viel Wärme. Thermisch behandelte Bankbretter sind formstabil, brauchen aber geschützte Stirnseiten.

Was muss das Holz einer Saunabank können?

Die Bank ist der Teil der Sauna, den Sie am längsten berühren. Der Holzwissenschaftler Rupert Wimmer (Universität Göttingen) verlangt in einem Beitrag im Holzkurier von 2011 von Bankholz, dass es das Verbrennen von Gesäß und Rücken verhindert, wenig Harz enthält und weder reißt noch splittert. Man sitze oder liege dabei natürlich immer mit einem Handtuch auf dem Holz. In einer finnischen Sauna herrschen 80 bis 100 °C (Hussain und Cohen, 2018). Fünf Kriterien entscheiden deshalb über das Bankholz:

  • Wärmeleitung: Je weniger Wärme das Holz an die Haut abgibt, desto länger bleibt die Bank angenehm. Leichtes Holz leitet weniger als schweres.
  • Harz: Harz wird bei Wärme flüssig und kann klebrige Stellen bilden.
  • Splitter und Kanten: Das Holz soll nicht splittern, die Kanten sollen gerundet sein.
  • Formstabilität: Bankbretter dürfen sich bei Hitze und Feuchte nicht verziehen oder aufreißen.
  • Pflege: Die Oberfläche muss sich abwischen und bei Bedarf ölen lassen.

Welches Holz ist am besten für die Saunabank?

Wimmer nennt Abachi als das Holz, das am häufigsten für die Einrichtung einer Sauna verwendet wird. Es sei weich, hell, harzfrei und splitterfrei und leite Wärme wenig. Es stammt aus West- und Zentralafrika. Als heimische Alternative nennt er die Pappel, besonders die Espe: Ihr Holz habe einen warm-hellen Farbton, gute Formbeständigkeit und geringe Wärmeleitfähigkeit. Zu höheren Kosten komme die Hemlocktanne in Frage, mit sehr geringem Harzgehalt und kaum Geruch.

Zur Erle liefert die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) belastbare Holzdaten. Das Holz ist weich und gleichmäßig fein strukturiert, mit einer mittleren Rohdichte von 0,55 g/cm³ zwischen leicht und mittelschwer. Nach der Trocknung hat es ein ausgezeichnetes Stehvermögen. Die Farbe reicht von rötlichweiß bis hellrötlichbraun, unter Licht dunkelt das Holz merklich nach. Braune Markflecken, die eine Minierfliege verursacht, können auftreten. Die Espe ist mit 0,49 g/cm³ noch etwas leichter und gehört zu den weichsten Hölzern in der Tabelle der LWF; ihre Brinell-Härte quer zur Faser beträgt 11 N/mm², bei der Erle 16 bis 17.

Die Tabelle fasst zusammen, was die gelesenen Quellen zu jedem Holz hergeben. Wo eine Zahl fehlt, haben wir sie nicht geschätzt.

Bankhölzer im Vergleich
HolzWärmeleitungHarzBesonderheit
Abachi0,092 W/(m·K) (Wimmer)harzfrei (Wimmer)Splittert nicht; weich und hell; tropische Herkunft
Espe0,090 W/(m·K) für Pappel (Wimmer); 0,12 W/(m·K) für Quaking Aspen (Forest Products Laboratory)LaubholzWeich, gute Formbeständigkeit; heimisch
ErleKein Wert in den gelesenen Quellen; Rohdichte 0,55 g/cm³ (LWF)LaubholzAusgezeichnetes Stehvermögen; Farbe dunkelt nach; Markflecken möglich
HemlockAusreichend gering (Wimmer); 0,14 W/(m·K) für Western Hemlock (Forest Products Laboratory)Sehr geringer Gehalt (Wimmer)Kaum Geruch; höhere Kosten
Nordische Fichte0,12 W/(m·K) für Sitka-Fichte (Forest Products Laboratory)Hat Harz; Harz wird ab etwa 38 °C flüssig (Wimmer, Beschichtungshersteller)Verzieht sich kaum; leichter Harzgeruch
Thermisch behandeltes Holz20 bis 25 Prozent niedriger als unbehandelt (Handbuch der Thermoholz-Hersteller)Harz entzogenStirnseiten reißen leichter; dunkler
Eiche0,19 W/(m·K) für White Oak (Forest Products Laboratory)LaubholzZu dicht; auf einer Eichenbank nicht auszuhalten (Wimmer)

Quelle: Wimmer (Holzkurier 17/2011), Forest Products Laboratory (Wood Handbook, Kapitel 4, Näherungswerte mit bis zu 20 Prozent Abweichung, nordamerikanische Arten bei 12 Prozent Holzfeuchte), LWF Wissen 42, Handbuch der Thermoholz-Hersteller, Beschichtungshersteller. Die Messbedingungen von Wimmers Werten sind nicht angegeben.

Ist Nordische Fichte als Bankholz eine gute Wahl?

Nordische Fichte ist ein häufiges Saunaholz, auf der Bank aber ein Kompromiss. Für sie spricht, dass sie in Skandinavien besonders langsam wächst und sich bei Hitze kaum verdreht (Wimmer). Ein Ofenhersteller nennt Fichte unter den klassischen Hölzern das feuchtetoleranteste. Ihr Harz schütze das Holz vor Feuchte, deshalb empfiehlt er sie für Außensaunen, die in der Kälte stehen (Herstellerangabe).

Gegen die Fichte auf der Bank spricht das Harz. Wimmer erwartet klebrige Stellen und einen leichten Harzgeruch. Nach einem Beschichtungshersteller verflüssigt sich Harz ab etwa 38 °C, in der Kabine herrschen 80 bis 100 °C. Dass Harz auf der Bank austreten kann, ist unsere Folgerung und kein Messwert. Wer Fichte wählt, sollte Ware ohne Harzgallen und Äste verlangen und mit Harzaustritt rechnen. Wimmer nennt Fichte, Tanne und Linde mit leichten Einschränkungen gut verwendbar.

Was gilt für thermisch behandelte Bankbretter?

Thermisch behandeltes Holz wird nach dem Handbuch der Thermoholz-Hersteller bei 185 bis 215 °C mit Wärme und Wasserdampf behandelt. Es wird dunkler, die Ausgleichsfeuchte sinkt, es quillt und schwindet weniger, und seine Wärmeleitfähigkeit nimmt um 20 bis 25 Prozent ab. Die Harze werden dem Holz entzogen. Das macht es für die Bank attraktiv.

Dem stehen Nachteile gegenüber. Nach dem Handbuch können die Stirnseiten von Bänken in der Hitze aufreißen, wenn Befeuchten und Austrocknen rasch wechseln. Es empfiehlt, sie mit Öl, Wachs oder Lack zu schützen. Die Festigkeit sinkt, und das Holz ist anfälliger für mechanische Beschädigung.

Ein Ofenhersteller beschreibt thermisch behandeltes Holz als etwas zerbrechlicher und poröser als gewöhnliches Holz; es nehme leichter Feuchte auf. Thermisch behandelte Erle nennt er sehr dunkel und elegant. Das widerspricht der niedrigeren Ausgleichsfeuchte im Handbuch, und wir können den Widerspruch nicht auflösen. Sehen Sie sich deshalb Muster an und fragen Sie nach der Behandlungsstufe.

Drei dunkelbraune Bankleisten aus thermisch behandelter Erle, schräg von oben mit Blick auf die Stirnseiten
Bankleisten aus Erle, stark thermisch behandelt. Die Stirnseiten sind die empfindliche Stelle.

Wie tief und wie breit sollte eine Saunabank sein?

Eine Norm für Bankmaße haben wir nicht gefunden. Als Richtwerte nennt ein Ofenhersteller die Maße der Tabelle. Zu große Tiefe macht das Sitzen unbequem, schreibt er. Maßgeblich bleiben die Planung Ihrer Sauna und die Anleitung des Ofens.

Richtwerte für Bankmaße (Herstellerangabe)
MaßRichtwert
Tiefe der oberen Bankmindestens 500 mm; 600 mm oder mehr zum Liegen oder Sitzen mit angezogenen Füßen
Breite je Sitzplatzetwa 600 mm
Höhe der unteren Stufe350 mm
Abstand von der oberen Bank bis zur Decke1.100 bis 1.200 mm, weniger für kleinere Menschen
Breite der Saunamindestens 2.200 mm, 2.500 mm für mehr Beinfreiheit

Quelle: Ofenhersteller, Ratgeber zur Wahl der Saunabank (siehe Quellen). Herstellerangaben, keine Norm.

Worauf achten Sie beim Kauf von Bankbrettern?

Fünf Punkte helfen, Angebote zu vergleichen. Sie folgen aus den oben genannten Quellen; eine Prüfnorm für Bankbretter haben wir nicht gefunden.

  • Holzart und Behandlung: Fragen Sie nach der botanischen Art und bei Thermoholz nach der Behandlungsstufe. Handelsnamen sind nicht eindeutig: Abachi wird je nach Herkunft auch als Samba, Wawa, Ayous oder Obeche gehandelt (Wimmer).
  • Sortierung: Verlangen Sie bei Nadelholz Ware ohne Harzgallen und große Äste. Die LWF nennt beides als Nachteil, und bei Thermoholz sind große Äste ein Risiko.
  • Kanten und Flächen: Prüfen Sie am Muster, ob die Kanten gerundet und die Flächen glatt sind. Zum Splittern gibt es keine Messwerte, die Prüfung mit der Hand ist deshalb sinnvoll.
  • Stirnseiten: Bei thermisch behandeltem Holz sollten die Stirnseiten mit Öl, Wachs oder Lack geschützt sein (Handbuch der Thermoholz-Hersteller).
  • Herkunft: Lassen Sie sich Herkunftsland und, wenn vorhanden, Nachweise nennen. Das gilt besonders für tropisches Holz wie Abachi.

Wie pflege ich Saunabänke aus Holz?

Der Ofenhersteller empfiehlt, unversiegeltes Holz je nach Nutzung ein- bis zweimal im Jahr mit Paraffinöl zu behandeln. Ölen Sie nach, wenn Wasser sofort einzieht. Mit einem Handtuch oder einer Auflage schützen Sie die Bank zusätzlich. Bei thermisch behandelten Bänken sind die Stirnseiten die Stelle, die zuerst Schutz braucht. Verwenden Sie nur Mittel, die der Hersteller für Saunen freigibt.

Für die Reinigung gilt nach KOYA: Sauna auskühlen lassen, Bänke mit einem leicht feuchten, sauberen Tuch abwischen und nie zu nass arbeiten, sonst zieht das Holz Feuchtigkeit.

Fragen

Häufige Fragen.

Welches Holz ist für die Saunabank am besten?

Am häufigsten wird Abachi verwendet: weich, hell, harzfrei und splitterfrei, mit geringer Wärmeleitfähigkeit. Heimische Alternativen sind die Espe, deren Wärmeleitzahl nach Wimmer ähnlich niedrig ist, und die Erle, die leicht und formstabil ist. Hemlock ist die teurere Option mit kaum Geruch.

Ist Espe oder Abachi besser für die Saunabank?

Nach Wimmer sind beide gut geeignet. Abachi ist harzfrei und splitterfrei und hat eine Wärmeleitzahl von 0,092 W/(m·K), Pappel liegt mit 0,090 W/(m·K) gleichauf. Der Unterschied liegt in der Herkunft: Abachi kommt aus Afrika und hat einen langen Transportweg, Espe wächst in Europa.

Wie tief sollte eine Saunabank sein?

Ein Ofenhersteller nennt für die obere Bank mindestens 500 mm Tiefe, 600 mm oder mehr, wenn Sie liegen oder die Füße auf die Bank legen möchten. Zu viel Tiefe macht das Sitzen unbequem. Eine Norm dafür haben wir nicht gefunden.

Kann man Fichte für die Saunabank verwenden?

Ja, mit Einschränkung. Fichte verzieht sich kaum, hat aber Harz. Es kann klebrige Stellen geben, und Harz verflüssigt sich ab etwa 38 °C. Wählen Sie Ware ohne Harzgallen und Äste und rechnen Sie mit Harzaustritt.

Ist Thermoholz für die Saunabank geeignet?

Es ist formstabiler, leitet weniger Wärme und enthält kaum Harz. Die Stirnseiten können aber aufreißen, die Festigkeit ist geringer. Schützen Sie die Stirnseiten mit Öl, Wachs oder Lack, wie es das Handbuch der Thermoholz-Hersteller empfiehlt.

Muss man Saunabänke ölen?

Ein Ofenhersteller empfiehlt, unversiegeltes Holz ein- bis zweimal im Jahr mit Paraffinöl zu behandeln und nachzuölen, wenn Wasser sofort einzieht. Zur Reinigung genügt nach KOYA ein leicht feuchtes Tuch, bei hartnäckigen Stellen gibt es Pflegemittel für Saunaholz.

Quellen

Worauf sich dieser Beitrag stützt.

  1. Popo auf Holz (Holz-Kopfnuss), Holzkurier 17/2011, Seite 18 Rupert Wimmer, Georg-August-Universität Göttingen; Holzkurier · Stand April 2011
  2. Moisture Relations and Physical Properties of Wood (Kapitel 4 im Wood Handbook, General Technical Report FPL-GTR-282) Glass, Zelinka; USDA Forest Service, Forest Products Laboratory · Stand 2021
  3. Das Holz der Schwarzerle – Eigenschaften und Verwendung (LWF Wissen 42, Beiträge zur Schwarzerle) Dietger Großer; Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) · Stand Oktober 2026
  4. Das Holz der Fichte – Eigenschaften und Verwendung (LWF Wissen 80, Beiträge zur Fichte) Klaus Richter, Gabriele Ehmcke; Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) · Stand September 2017
  5. ThermoWood Handbuch International ThermoWood Association, Verband finnischer Hersteller von Thermoholz (Branchenangabe) · Stand Mai 2004
  6. Beschichtungen auf harzreichen Holzarten (Informationsblatt zu harzbedingten Oberflächenschäden, Herstellerangabe) Teknos Deutschland GmbH, Hersteller von Holzbeschichtungen · Stand Oktober 2026
  7. Choosing sauna benches: frequently asked questions (Herstellerangabe) Harvia, Ofenhersteller · Stand Oktober 2026
  8. Clinical Effects of Regular Dry Sauna Bathing: A Systematic Review (Angaben zu Temperatur und Luftfeuchte der finnischen Sauna) Hussain, Cohen; Evidence-based Complementary and Alternative Medicine (PubMed Central, U.S. National Library of Medicine) · Stand 2018
Aufnahme: gebaute KOYA Sauna in der Abenddämmerung, hinter der Glasfront warm beleuchtete Bänke und Ofen

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