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Lexikon · Material Espe: das helle Laubholz für Sauna, Wand und Bank

Von Sebastian Koch, Geschäftsführer, Dipl.-Ing. Architektur

Espe ist ein anderer Name für die Zitterpappel (Populus tremula), auch Aspe genannt. Ihr Holz ist hell, leicht und weich und schwindet kaum. Für die Sauna gilt es als heimische Alternative zu Abachi, weil es Wärme schlecht leitet und formstabil ist. Espe wird für Wand, Decke und Bank verwendet, naturbelassen oder thermisch behandelt.

Zwei Wandprofile aus fast weißer Espe mit Längsnuten und Nut-Feder-Kante vor weißem Hintergrund

Was ist Espe?

Espe, Aspe und Zitterpappel bezeichnen dieselbe Baumart, Populus tremula. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Westeuropa bis Ostasien, in Europa kommt sie nahezu flächendeckend vor (Schmidt, LWF aktuell 2026). Die Zitterpappel ist Baum des Jahres 2026. Sie ist eine schnell wachsende Pionierbaumart. Jahrzehntelang wurde sie vielerorts aus den Wäldern entnommen, auch wegen ihres geringen Holzpreises. Heute gilt sie als interessante Baumart der Zukunft.

Welche Eigenschaften hat Espenholz?

Das Holz ist hell, leicht und sehr weich und schwindet kaum. Die Tabelle nennt die Werte der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) im Vergleich mit der Fichte. Zwei Veröffentlichungen der LWF geben die Dichte unterschiedlich an, mit 0,43 und 0,49 g/cm³; die jüngere nennt keinen Feuchtebezug. Beide Werte zeigen ein leichtes Holz.

Kennwerte von Espenholz
EigenschaftEspeFichte zum Vergleich
Rohdichte in g/cm³ bei 12 bis 15 % Holzfeuchte0,49 (Grenzwerte 0,40 bis 0,60); 0,43 nach LWF aktuell 20260,47
Schwindmaß tangential, frisch bis darrtrocken, in %8,57,8
Quellmaß tangential in % je 1 % Holzfeuchte0,250,39
Härte quer nach Brinell in N/mm²1112
Wärmeleitzahl in W/(m·K)0,090 (Pappel, nach Wimmer)nicht angegeben

Quelle: Großer, LWF Wissen 42, Tabellen 1 bis 3 (Werte nach DIN 68364 und DIN 68100); Schmidt, LWF aktuell 1/2026; Wimmer, Holzkurier 17/2011. Die Messbedingungen von Wimmers Wärmeleitzahl sind nicht angegeben.

Eignet sich Espe für die Sauna?

Rupert Wimmer (Universität Göttingen) nennt in einem Beitrag im Holzkurier von 2011 die Espe, auch Aspe oder Zitterpappel, eine gute heimische Alternative zu Abachi. Ihr Holz habe einen warm-hellen Farbton, eine gute Formbeständigkeit und eine geringe Wärmeleitfähigkeit; andere Pappelarten seien ähnlich. Für Pappel gibt er 0,090 W/(m·K) an, für Abachi 0,092. Abachi ist nach seinen Worten das am häufigsten verwendete Holz für die Saunaeinrichtung, kommt aber aus Afrika und hat einen langen Transportweg. Espe wächst dagegen in Europa.

Das Holz ist sehr weich. Die Brinell-Härte quer zur Faser liegt bei 11 N/mm², bei der Erle bei 16 bis 17. Rechnen Sie bei der Bank damit, dass weiches Holz Druckstellen annimmt.

Was ist Thermo-Espe?

Thermo-Espe ist Espe, die bei hoher Temperatur wärmebehandelt wurde. Im Handbuch der finnischen Thermoholz-Hersteller zählt Espe zu den Laubhölzern, die dort „harte Holzarten“ heißen. Sie werden mit 185 °C (Klasse Thermo-S) oder 200 °C (Klasse Thermo-D) behandelt, Kiefer und Fichte mit 190 und 212 °C. Ein finnischer Verarbeiter nannte die Ergebnisse mit Espe gut, die verfügbare Menge aber sehr begrenzt (Stand 2004). Wie sich die Behandlung auf Wärmeleitung, Harz und Festigkeit auswirkt, beschreibt der Eintrag zu Thermoholz.

Fragen

Häufige Fragen.

Ist Espe dasselbe wie Zitterpappel und Aspe?

Ja. Espe, Aspe und Zitterpappel sind Namen für Populus tremula. Die Zitterpappel ist die Baumart des Jahres 2026.

Ist Espe für die Saunabank geeignet?

Ja. Nach Wimmer ist Espe eine gute heimische Alternative zu Abachi, mit guter Formbeständigkeit und geringer Wärmeleitfähigkeit. Das Holz ist weich und nimmt eher Druckstellen an als härtere Hölzer.

Wie hell ist Espe?

Das Holz ist hell. Die Espe Natur der KOYA Sauna ist fast weiß. Thermisch behandelte Espe wird dunkler, bei KOYA Espe Normal goldbraun.

Woher kommt Espenholz?

Die Zitterpappel wächst in Europa nahezu flächendeckend. Welche Herkunft das einzelne Brett hat, gehört zur Lieferangabe. KOYA nennt für alle Hölzer nachhaltige Forstwirtschaft.

Quellen

Worauf sich dieser Beitrag stützt.

  1. Popo auf Holz (Holz-Kopfnuss), Holzkurier 17/2011, Seite 18 Rupert Wimmer, Georg-August-Universität Göttingen; Holzkurier · Stand April 2011
  2. Das Holz der Schwarzerle – Eigenschaften und Verwendung (LWF Wissen 42, Beiträge zur Schwarzerle) Dietger Großer; Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) · Stand Oktober 2026
  3. Zitterpappel ist Baum des Jahres 2026, LWF aktuell 1/2026, Seiten 16 und 17 Olaf Schmidt; Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (waldwissen.net) · Stand 2026
  4. ThermoWood Handbuch International ThermoWood Association, Verband finnischer Hersteller von Thermoholz (Branchenangabe) · Stand Mai 2004
Aufnahme: gebaute KOYA Sauna in der Abenddämmerung, hinter der Glasfront warm beleuchtete Bänke und Ofen

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