Kelo ist ein finnischer Begriff für stehend abgestorbene Waldkiefern, die über Jahrzehnte am Stamm trocknen, hart werden und eine silbrige Oberfläche bekommen. Als Keloholz bezeichnen Saunabauer Holz aus solchen Stämmen. Es ist selten und im Preis stark gestiegen, und der Name wird auch für lange gelagertes Kiefernholz verwendet, das damit nicht vergleichbar ist.

Was bedeutet Kelo?
Kelo bezeichnet eine Waldkiefer (Pinus sylvestris), die als Baum abgestorben ist und stehen bleibt. Forschende beschreiben Kelo-Bäume als tote, stehende Kiefern mit hartem Holz und silbrig gefärbter Oberfläche (Kuuluvainen und andere, 2017). Solche Stämme stehen Jahrzehnte, einzelne bis zu 200 Jahre. Im untersuchten Naturwald im Kalevala-Nationalpark in Russisch-Karelien waren 65 Prozent der stehenden toten Kiefern Kelo-Bäume. In bewirtschafteten Wäldern fehlen sie nach der Studie praktisch.
Wie lange es dauert, beschrieb Matti Leikola 1969 für Nordfinnland. Etwa 35 bis 40 Jahre nach dem Tod ist aus der Kiefer ein silbriger, astloser Stamm geworden. Die Bäume seiner Untersuchung waren beim Absterben im Mittel 420 bis 450 Jahre alt.
Was ist Keloholz in der Sauna?
Eine Kelo-Sauna wird nach einem Bericht von t-online (2014) nur aus Keloholz gebaut. Das Holz stamme aus Jahrhunderte alten Kiefern aus Norwegen, Finnland, Schweden und Russland. Die Bäume wüchsen sehr langsam und bildeten dichte Fasern und enge Jahrringe. Sie würden nicht gefällt und künstlich getrocknet, sondern trockneten stehend aus. Der Bericht nennt als Folge, dass sich das Holz nicht setze und nicht reiße. Das ist eine Angabe, kein Messwert: Unabhängige Messungen zu Dichte, Formstabilität oder Wärmeleitung von Keloholz haben wir nicht gefunden.
Warum ist Kelo selten und teuer?
Kelo-Bäume gehören zu naturnahen Kiefernwäldern des Nordens. In bewirtschafteten Wäldern fehlen sie praktisch (Kuuluvainen und andere), der Vorrat ist also begrenzt. t-online schreibt, der Bestand an Keloholz sei in den letzten Jahren stark geschrumpft, die Nachfrage gestiegen und der Preis deutlich gestiegen. Preise nennt der Bericht nicht, und wir nennen keine.
Woran erkennen Sie echtes Keloholz?
t-online warnt vor Nachahmungen. Als Keloholz werde umgangssprachlich auch Kiefernholz bezeichnet, das lange getrocknet wurde, aber nicht mit dem jahrhundertealten Original vergleichbar sei. Holz aus anderen Regionen, etwa dem Riesengebirge oder dem Baltikum, habe ein anderes Klima erlebt und entwickle diese Eigenschaften nicht. Ein sicheres Prüfmerkmal nennt der Bericht nicht. Fragen Sie deshalb nach Herkunft und Alter der Stämme und lassen Sie sich beides schriftlich bestätigen.


