Erle ist ein helles, rötlichweißes bis hell rötlichbraunes Laubholz mit feiner, gleichmäßiger Struktur; bei heimischen Herkünften ist meist die Schwarzerle (Alnus glutinosa) gemeint. Das Holz ist weich, trocknet ohne Risse und verzieht sich kaum. In der Sauna dient es für Wandprofile und Bankleisten, naturbelassen oder thermisch behandelt und dann dunkler. KOYA bietet Erle als Wandprofil und als Bankplatte an.

Welche Erle ist gemeint, und wie sieht das Holz aus?
In Mitteleuropa wachsen zwei baumförmige Erlenarten: Schwarzerle (Alnus glutinosa) und Weißerle (Alnus incana). Ihr Holz ist anatomisch gleich, selbst unter dem Mikroskop nicht zu unterscheiden. Es hat keinen farbigen Kern, Splint und Kern sind rötlichweiß bis hell rötlichbraun. Unter Licht dunkelt es merklich nach. Frisch geschnittenes Holz zeigt kurz eine orangerote Färbung, die beim Trocknen verblasst.
Welche Eigenschaften hat Erle in der Sauna?
Erle ist weich und geradfaserig. Die Rohdichte liegt im Mittel bei 0,55 g/cm³ (Spanne 0,49 bis 0,64), bei Fichte bei 0,47 und bei Aspe bei 0,49. Das Holz schwindet mäßig, trocknet ohne Risse und Verzug und hat ein ausgezeichnetes Stehvermögen, es „arbeitet“ also kaum. Für eine Kabine mit wechselndem Klima ist das günstig; das ist unsere Einordnung.
Weil die Wärmeleitung mit der Dichte steigt, leitet Erle tendenziell etwas mehr Wärme als leichtere Hölzer wie Aspe (unsere Einordnung nach BauNetz Wissen). Der finnische Verein Sauna from Finland nennt Erle dennoch ein Holz, das an der Haut nicht sehr heiß wird. Eigene Oberflächenmessungen aus der Sauna fanden wir nicht.
Im Freien und bei Erdkontakt ist Erle nur gering dauerhaft, unter Wasser dagegen ungewöhnlich dauerhaft. Bei Feuchte färbt sich Erle im Kontakt mit Eisen grau; rostfreie Befestigungen liegen daher nahe. Auch das ist unsere Einordnung.
Wie verändert die thermische Behandlung die Erle?
Bei der thermischen Modifikation wird Holz auf 180 bis 260 °C erhitzt. Es wird deutlich dunkler und weicher, nimmt weniger Wasser auf und quillt und schwindet weniger. Die Dauerhaftigkeit steigt, die Wärmeleitfähigkeit sinkt. KOYA unterscheidet bei Erle die Stufen Natur (unbehandelt), Normal (mittelstark) und Intensiv (stark behandelt). Auf den KOYA-Mustern ist die Bankleiste in Natur sehr hell, in Normal rosabraun und in Intensiv dunkelbraun.

Welche Vor- und Nachteile hat Erle?
Die Tabelle fasst zusammen, was die gelesenen Quellen nennen.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Feine, gleichmäßige Struktur, geradfaserig | Weich und wenig fest; nicht für tragende Bauteile |
| Trocknet ohne Risse und Verzug, ausgezeichnetes Stehvermögen | Im Freien und bei Erdkontakt nur gering dauerhaft |
| Thermische Behandlung macht das Holz dunkler; es nimmt weniger Wasser auf | Dichter als Fichte oder Aspe, tendenziell mehr Wärmeleitung |
| Heimische Holzart (Mitteleuropa) | Graue Verfärbung bei feuchtem Kontakt mit Eisen |
Quelle: Nach Großer (LWF Wissen 42, 2003), BauNetz Wissen und Sauna from Finland.



