Yakisugi bezeichnet ein japanisches Verfahren, bei dem die Oberfläche von Holz kontrolliert verkohlt wird, ursprünglich bei Sugi, der Japanischen Sicheltanne. Die tiefschwarze, rissige Kohleschicht prägt das Bild der Fassade und verringerte in Laborversuchen die Wasseraufnahme des Holzes. Wie lange sie schützt, hängt von Holzart, Verkohlung und Pflege ab. Im Westen heißt das Verfahren auch Shou Sugi Ban.

Was bedeutet Yakisugi, und was ist Shou Sugi Ban?
Yaki (焼) heißt „verbrannt“, sugi (杉) ist der japanische Name der Sicheltanne, Cryptomeria japonica. Shou Sugi Ban (焼杉板) ist die im Westen verbreitete Lesung: shou ist eine abweichende Lesung von 焼, ban (板) heißt „Brett“. In Japan ist Yakisugi der übliche Begriff. Das Verfahren ist mehrere Jahrhunderte alt und diente vor allem in Westjapan als einfache Fassadenverkleidung.
Welches Holz wird in Japan verwendet?
Traditionell Sugi. Der Baum macht laut Waldwissen.net 44 Prozent der bewirtschafteten, künstlich verjüngten Waldfläche Japans aus. Sein Holz ist leicht, harzfrei und im Außenbereich dauerhaft. In Europa nimmt man meist regional erhältliche Hölzer wie Lärche, Douglasie, Fichte oder Kiefer.
Wie wird Yakisugi hergestellt, und kann man Holz selbst verkohlen?
Traditionell binden Handwerker drei Bretter zu einem dreieckigen Schacht und entzünden unten Papier. Der Kamineffekt führt die Flammen nach oben. Laut Japan Woodcraft Association verkohlen die äußeren 3 bis 4 mm; danach löscht man die Bretter mit Wasser. Je nach Verwendung bleiben die Hölzer laut BauNetz Wissen unbehandelt oder werden mit Ölen behandelt, damit die Rußschicht nicht abfärbt. Manche Hersteller bürsten die Ascheschicht nach dem Verkohlen ab, wie das Deutsche Handwerksblatt für eine Produktserie beschreibt.
Ja, mit demselben Dreieck. Nötig ist trockenes Holz, empfohlen sind 10 bis 15 Prozent Feuchte. Arbeiten Sie im Freien und halten Sie Wasser bereit. Ein gleichmäßiges Ergebnis ist schwer: Forschende nennen die Streuung als Hindernis für Prognosen zur Lebensdauer. Fachleute sprechen beim Verkohlen auch von „Karbonisieren“.
Wie haltbar ist Yakisugi?
Hersteller nennen Jahrzehnte, einzelne 50 bis über 100 Jahre. Unabhängige Messungen über solche Zeiträume fanden wir nicht; die längste Freibewitterung der gelesenen Studien dauerte ein Jahr. Fachportale wie BauNetz Wissen beschreiben die Schicht als vorbeugenden Schutz gegen Schädlinge und erneutes Entzünden; die Tabelle stützt das nur teilweise.
| Prüfung | Befund |
|---|---|
| Brandverhalten und Pilzbefall, gekaufte Fassadenbretter (Hasburgh u. a., 2021) | Verkohlen verbesserte beides nicht systematisch |
| Buche, Labor (Šeda u. a., 2023) | Über 50 Prozent weniger Wasseraufnahme, durch künstliche Bewitterung gestört; etwas weniger Pilzschaden, kein vollständiger Schutz |
| Ein Jahr im Freien, Finnland (Kymäläinen u. a., 2022) | Flammverkohlte Fichte und Birke hielten gut, Kiefer riss stark |
Quelle: Gilt für die geprüften Holzarten und Verfahren.
Wie hoch sind die Kosten für Yakisugi-Holz?
Feste Preise veröffentlichen nur wenige Anbieter; die meisten nennen sie auf Anfrage. Der Preis hängt von Holzart, Profil, Tiefe der Verkohlung und Bürstung ab. Montage, Unterkonstruktion und Gerüst kommen hinzu. Für einen belastbaren Vergleich lassen Sie sich Angebote für dieselbe Holzart und dasselbe Profil geben.


