HPL-Fassade bezeichnet eine Fassadenverkleidung aus Platten aus Hochdruck-Schichtpressstoff, englisch High Pressure Laminate. Die Platten entstehen aus Zellulose und Kunstharz unter Druck und Hitze. Sie sind hart, schlagfest und witterungsbeständig und werden meist hinterlüftet auf einer Unterkonstruktion befestigt. Farbe und Dekor lassen sich frei wählen. Für Fassaden gibt es eigene Plattentypen nach der Norm DIN EN 438-6.

Was ist HPL, und woraus besteht es?
HPL steht für High Pressure Laminate. Die Platten entstehen industriell unter Druck und Hitze; Ausgangsstoffe sind Zellulose sowie Phenol- und Melaminharz (BauNetz Wissen). Unter der Oberfläche liegen dekorative Schichten, die bedruckt oder nach Farbtonkarte eingefärbt werden. So sind eigene Farben und Designs möglich.
Ein Beispiel liefert eine Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik von 2017 für ein Fassadensystem: Die Platte besteht aus Zellstoffbahnen, die mit Kunstharz getränkt und in der Wärme verpresst werden, und trägt beidseitig eine transparente Deckschicht. Auf der Sichtseite schützt eine UV-Schutzfolie oder ein Witterungsschutzfilm. Die Zulassung war bis Juni 2022 befristet; sie zeigt den Aufbau, nicht ein heutiges Produkt.
Wie wird eine HPL-Fassade montiert?
HPL-Platten kommen vor allem in vorgehängten hinterlüfteten Fassaden zum Einsatz. Zwischen Platte und Dämmung liegt eine Luftschicht, die ständig belüftet wird. Das verbessert nach BauNetz Wissen den sommerlichen Wärmeschutz und verringert im Winter das Risiko von Feuchteschäden. Die Bauweise gilt als aufwendig, aber bauphysikalisch günstig.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Plattendicke, üblich | 6, 8 und 10 mm |
| Format | etwa 2,0 × 5,5 m, je nach Hersteller |
| Befestigung | sichtbar mit Schrauben oder Nieten, unsichtbar mit Hinterschnittankern oder rückseitigen Konsolen |
| Unterkonstruktion | Holz oder Aluminium |
| Norm für hinterlüftete Bekleidungen | DIN 18516 |
Quelle: BauNetz Wissen, „Hochdrucklaminatplatten (HPL)“ und „Vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF)“; DIBt-Zulassung Z-10.3-712.
Was ist bei Brandverhalten und Zulassung zu beachten?
Das Brandverhalten hängt vom Produkt ab. Die genannte Zulassung unterscheidet je nach Ausführung schwerentflammbare und normalentflammbare Systeme und verlangt für das Fassadensystem die Klasse B-s2,d0. Die zulässige Gebäudehöhe richtet sich nach dem Standsicherheitsnachweis und den Brandschutzvorschriften des Landes. Lassen Sie sich für Ihr Vorhaben die aktuelle Zulassung und das Datenblatt des Herstellers geben.



